Juni 29, 2022

Stress bei Hunden

Erwarten Sie Nachwuchs in der Familie, fahren Sie in den Urlaub ans Meer oder haben Sie beschlossen, ein weiteres Haustier aufzunehmen? Das sind nur einige Situationen, die bei Ihrem Hund Stress auslösen und sein Verhalten beeinflussen können.
Stress kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Durch das frühzeitige Erkennen der Ursache des Stresses sowie durch Aufmerksamkeit und Fürsorge können wir die Lebensqualität unserer Hunde erheblich verbessern. Depressionen, Unruhe, Appetitlosigkeit, Aggressivität, Winseln oder Zittern sind nur einige Anzeichen von Stress bei Hunden, die wir nicht ignorieren sollten.

Welche Situationen verursachen bei Hunden am häufigsten Stress?

Zu viel Lärm

Hunde haben ein wesentlich empfindlicheres Gehör und nehmen Geräusche deutlich lauter wahr als wir Menschen. Ein gutes Beispiel dafür sind Böller und Feuerwerk. Sie werden sicherlich zustimmen, dass nur sehr wenige Haustiere eine solche Form von Lärm in Verbindung mit Lichtblitzen problemlos aushalten können.
Auch Gewitter gehören zu den Situationen, in denen sich die meisten Haustiere nicht wohlfühlen. Aufgrund des starken Lärms beginnen Hunde häufig unruhig umherzulaufen und suchen innerhalb des Hauses nach einem sicheren Rückzugsort. Sie atmen schneller, winseln und zeigen Anzeichen von Angst und Unruhe. Viele Hunde entfernen sich, insbesondere während eines Spaziergangs, aufgrund einer Panikreaktion von ihrem Zuhause.
Während eines Gewitters sollten Sie Ihrem Hund einen sicheren Rückzugsort anbieten, die Vorhänge schließen und den Lärm beispielsweise durch Musik aus dem Radio oder Fernseher überdecken. Züchter gewöhnen Welpen häufig schon früh an verschiedene Geräusche und Situationen. Dazu können beispielsweise Gewittergeräusche abgespielt werden, damit sich der Welpe langsam an diese Geräusche gewöhnt.

Neue Umgebung

Eine Veränderung der Umgebung, beispielsweise durch einen Umzug, kann für Ihren Hund sehr stressig und herausfordernd sein. Wie wir Menschen benötigen auch Hunde Zeit, um sich an eine neue Situation zu gewöhnen. Deshalb ist es wichtig, zusätzlichen Stress möglichst zu vermeiden und die Veränderung für den Hund so angenehm wie möglich zu gestalten.
Ein Umgebungswechsel kann bei Hunden Angstzustände, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder sogar vermehrten Haarausfall verursachen. Wenn eines dieser Symptome über längere Zeit anhält, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
Beachten Sie jedoch, dass auch ein Tierarztbesuch für viele Haustiere eine stressige Situation darstellt. Bleiben Sie daher bei Ihrem Tier, sofern Ihr Tierarzt dies erlaubt, und belohnen Sie Ihren Hund anschließend für seinen Mut.
Vernachlässigen Sie Ihr Haustier während des Packens und des Umzugs nicht. Packen Sie seine vertrauten Gegenstände zuletzt ein und richten Sie sie im neuen Zuhause als Erstes wieder ein. So können Sie Ihrem Hund möglichst schnell einen vertrauten und sicheren Rückzugsort schaffen.

Trennung vom Besitzer

Viele von Ihnen waren sicherlich schon einmal in der Situation, von ihrem Haustier getrennt sein zu müssen. Eine Reise, die Arbeit, eine Hochzeit oder sogar ein kurzer Einkauf können für Hunde stressig sein.
Die ersten Trennungen sind häufig die schwierigsten. Achten Sie daher darauf, dass die Abwesenheiten zunächst möglichst kurz sind. Bei kürzeren Abwesenheiten sollten Sie Ihrem Hund einen sicheren Bereich zur Verfügung stellen, ausreichend interaktive Spielzeuge bereitlegen und alle Gegenstände entfernen, die für ihn eine Gefahr darstellen könnten.
Bei längerer Abwesenheit sollten Sie eine zuverlässige Betreuungsperson engagieren oder eine Hundetagesstätte beziehungsweise eine Hundepension in Betracht ziehen.

Neue Begegnungen

Auch wenn der Hund als bester Freund des Menschen gilt, bedeutet das nicht, dass er jeden Menschen sofort mögen und akzeptieren wird oder dass Begegnungen für ihn nicht stressig sein können.
Dies kann insbesondere bei Hunden ein Problem darstellen, die aus einem Tierheim adoptiert wurden und in der Vergangenheit möglicherweise traumatische Erfahrungen gemacht haben. Trotz der großen Bemühungen und der liebevollen Betreuung durch das Tierheimpersonal kommen manche Hunde misstrauisch und verängstigt in ihr neues Zuhause.
Geben Sie Ihrem Hund Zeit und begegnen Sie ihm mit viel Liebe, Geduld und Verständnis.

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund unter Stress steht, versuchen Sie herauszufinden, was die Ursache dafür ist, und reduzieren Sie den Einfluss der stressauslösenden Situation auf Ihr Haustier so weit wie möglich. Sorgen Sie im Alltag für ausreichend Aufmerksamkeit und Beschäftigung sowie für eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung. In absehbaren Stresssituationen kann das Wohlbefinden Ihres Haustieres durch speziell entwickelte Ergänzungsfuttermittel unterstützt werden, die dazu beitragen können, stressbedingte Reaktionen zu reduzieren. Die Auswahl geeigneter Ergänzungsfuttermittel sollte jedoch immer in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen. Stress kann ein Auslöser für zahlreiche gesundheitliche Probleme sein. Deshalb ist es besonders wichtig, Stress frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit vorzubeugen.